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the schwarzenberg retreats
es ist mir tiefes bedürfnis mich in eine dieser waldhütten
zurückzuziehen.
worauf ich mich dort einlasse und was ich dort mache, liegt noch im
dunkeln.
und dennoch weiß ich daß dieses verweilen, zuwarten, und
nichts-tun im unerwarteten moment eine ungeheure inspirationskraft
birgt.
mit kleinstgepäck hier angekommen suche ich nach allen
möglichkeiten, die dieser unterschlupf bietet. sodann begebe ich
mich in eine mir sympatische sitzhaltung und suche den kontakt mit der
landschaft, die sich nur in himmel, wiese und bäumen zeigt. weiter
vorgelehnt sehe ich noch ein zweites häuschen, das scheinbar
unbewohnt ist.
dann beginnt der gedankenwettlauf und die rastlosigkeit holt mich
nochmals ein. müdigkeit macht sich breit und ich suche die
schlafstelle auf. hier entspannt sich nun zuerst mein körper. eine
stimme drängt mich wieder in sitzposition und dieses nur verweilen
fällt mir schwer. viele sinnfragen und zweifel
überstürzen sich.
nach dämmerungseinbruch kommen auch meine gedanken zur ruhe.
erstmals kann ich mein umfeld riechen , das holz der hütte, das
gras und auch den naheliegenden wald. die struktur des holzes an wand
und decke zeigt mir allerlei linien und wege. vor meinen augen dann der
lebende baum, der die selben fragen stellt. ich lasse mich ein auf das
fragen- und antwortspiel mit der natur.
ich lese die mitgebrachten bücher und versuche meine gedanken
aufzuschreiben. aber die natur vor meinen augen scheint mir ganz
anderes zeigen zu wollen.
menschliche bedürfnisse stehen an und ich verlasse die hütte
richtung wald. erstmals seit jahren wieder barfuss auf dem steilen
hang. zur nacht schließe ich meine behausung mit allerlei
gefühlen und ängsten vor der hereinbrechenden nacht.
es ist mir erlaubt, diese bedürfnisse und ängste zu zeigen,
da hier scheinbar fernab von jeder zivilisation kein mensch mich zur
kenntnis nimmt. allerdings sind es heute noch mehr bäume, die mich
beobachten und ich bin in einwilligung der natur hier. der ort ist mir
als privileg gezeigt. es ist mir eine genugtuung mich in rückzug
zu begeben. die müdigkeit ist für heute das beste, um mich
vor konfrontation zu bewahren. mit wem ich mich konfrontiert habe,
konnte ich erst am ende der tage beantworten.
Ort - Konzentration - Kontemplation
Entstanden ist die Retreat- Hütte an einem bestimmten Ort. Der
Wunsch war es, länger, auch tageweise in jenem abgeschiedenen, den
Ansiedlungen abgewandten Talkessel zu verweilen. Der Ort war Motiv
dafür, ein Instrument zu schaffen, das auch andernorts elementaren
Schutz vor Regen, Sonne und Kälte bietet.
Der 'Schwarzenberg Retreat' ist als Typus für Hanglagen
vorgesehen. Er funktioniert als Einzelobjekt, kann aber auch als lose
Formation von Rückzugseinheiten zu einem Versorgungskern mit
Nassräumen gesetzt werden. Ein steiler, nur sorgsam begehbarer
Hang gewährt größere Abgeschiedenheit und bei der
Aufstellung mehrerer Einheiten bleiben diese einander durch
Höhenversatz und die Ausrichtung des Blicks ausgeblendet.
Der abgesetzte Körper des 'Schwarzenberg Retreats' nimmt Bezug zum
ansteigenden Hang. Ihm folgt ein abgetreppter Natursteinsockel, der
gleichzeitig Einstiegshilfe ist und den Übergang zu
unter-schiedliche Hangneigungen schafft.
Der 'Schwarzenberg Retreat' knüpft an eine Tradition von
temporären Kleinbauten: Gustav Mahlers "Komponierhäusl" am
Attersee, oder historische Pavillons. Gartenlauben, aber auch alpine
Biwakschachteln und bäuerliche Kleinstbauten sind entfernte
Verwandte.
Umsetzung - Wirkungsweisen
Die bewusste Wahl eines bestimmten Hartholzes, sein Geruch und die
plastisch-sinnliche Kraft der massiven Holzkonstruktion erzeugen einen
bestimmten Zusammenklang.
Die Variation der Holzart über mehrere Hütten führt zur
sensiblen Unterscheidung ihrer Wirkungsweisen.
Die Konstruktion folgt der strengen Logik des Massivholzbaus. Kein
Brett könnte gedreht oder anders eingebaut werden. Die verleimten
Ulmenleisten wachsen und schwinden vertikal in Nut und Kamm. Bestimmte
Verbindungen sind fest verdübelt.
Der Hartholzkern des Gebäudes ist von einer Schalung aus Fichten
und Tannenleisten umkleidet. Die dort eingefrästen Fälze und
die hinterlüftete Dachfläche wirken wie Kühlrippen gegen
sommerliche Überwärmung. Der thermische Schutz für die
kalte Zeit beschränkt sich bewusst auf insgesamt 9cm Massivholz.
Die Öffnung der zwei Klappläden leistet sich ein Spiel mit
dem Sonnenlicht und steuert den Lichteinfall.
Die reduzierte Form und Geometrie umschreibt eine Vielzahl von
Haltungen und Gesten des menschlichen Körpers. Die quadratische
Bodenfläche beschreibt das wache Stehen und Sitzen, ein
langgestreckter Liegebereich zieht sich nach oben ins Dunkel
zurück.
Abgeschlossen wird diese dialogische Bewegung durch eine schmale Ablage
für das wenige Mitgebrachte. Ein simpler Schemel kann entweder
obenauf eingeschoben werden oder dient als frei stehender Tisch.
Entlang dieser Linie bestimmt der Bewohner die Intensität seiner
Außenwahrnehmung.
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