Franz Schuberts Liederzyklen zeugen überdeutlich von einer frühen Popularisierung, von der Exhibition des individuellen Leidens in der kompakten Liedform.
Die einzelnen „Songs“ verlassen immer wieder den Mantel der klassischen Liedform und steigern sich in psychologische Momentaufnahmen.

Diese frühimpressionistischen Wahrnehmungsstudien in der eigenen Seelenlandschaft, werden beim Zuhörer als emotionale Verfestigungen erlebt. Verfestigungen auf einem Notenblatt – oder wie hier auf der Leinwand gebündelt und zur Schau gestellt.
Die Flucht des vermeintlich Enttäuschten oder das erlebte Verlassen-Werden sind die thematische Polaritäten der Liedtexte, zwischen denen Schubert musikalisch inszeniert. Letztendlich kleine Welten, die in ihren zwanghaften Repetitionen dem Schmerz nicht entfliehen können.

Die politisch harmlosen Freundeskreise in denen sich diese Miniaturen ursprünglich entfaltet haben, zeigen sich knietief gefangen in biedermeierlichen Tableaus. Bienenfleißige Rosengärtner, die dem eigenen Sentiment ausgeliefert sind und unaufhörlich ihre Hoffnungsflammen entzünden, nur um ihr sicheres Erlöschen gemeinsam zu beklagen.